Konzentrationslager Buchenwald

Durch dieses Tor wurden von der SS täglich Tausende von Häftlingen zum Arbeiteinsatz getrieben. Oft wurden die Gefangenen dabei geschlagen und beschimpft. Eine Inschrift ‚, Jedem das Seine`` zeigte zusätzliche Menschen- verachtung. Im rechten Flügel des Eingangsgebäudes waren die Diensträume der SS und im linken befanden sich die Arrestzellen. Als wir durch das Haupttor gingen, überkam uns ein Gefühl, das uns spüren ließ, wie viele Menschen hier grundlos getötet wurden. Auf dem Turm ist eine Uhr zu sehen, die genau in dem Moment angehalten wurde, als das KZ befreit wurde. Das genaue Datum der Befreiung war der 11.04.1945 um 15.15 Uhr.
Hier musste das ganze Lager am Morgen und am Abend, zeitweise auch mittags, zu Zählappellen antreten. Nichtige Anlässe genügten um diese stundenlang auszudehnen. In eisiger Kälte oder Sommerhitze, bei Wind, Regen und Schnee warteten tausende auf den Befehl zum Abrücken. Die Opfer dieser Torturen, Zusammengebrochene und Tote, durften erst nach dem Appell von ihren Kameraden weggebracht werden. Die SS vollzog häufig vor angetretenem Lager Prügelstrafen oder in einigen Fällen auch Hinrichtungen. Als wir mit unserer Klasse auf diesem Appellplatz standen fuhr es manchen von uns eiskalt den Rücken herunter, da wir zuvor erfahren hatten, was für grausame Taten hier begangen wurden.
Die Kantine diente zur Bereicherung der SS. Ein Teil der Häftlinge durfte kleine Geldbeträge von Angehörigen empfangen. Später sollten geringe Prämien die Häftlinge zur Höchstleistung in der Rüstungsindustrie bewegen. Da man den Häftlingen das Geld nicht wirklich geben wollte, nahm man es ihnen durch den Verkauf von überteuerten Waren wieder ab. Im darunter liegenden Kantinekeller haben illegale Militärorganisationen selbstgebaute Handgranaten und Brandflaschen erprobt.
Unterhalb des Appellplatzes befanden sich die Häftlingsbaracken. Insgesamt gab es 50 Blöcke. Heute sind diese Grundrisse der Baracken mit schwarzen Steinen gekennzeichnet. Vor jedem Grundriss steht ein Steinblock mit der Nummer, die vor ca. 60 Jahren die Barackennummer angab. Neben der unglaublich primitiven Ausstattung machte vor allem die erdrückende Enge das Zusammenleben in den Baracken unerträglich. Als wir vor diesen Feldern standen, wurde uns erst richtig bewusst, wie eng es für 1000 Menschen in einer dieser Baracken gewesen sein musste.
Auf diesem Bild sieht man die zum Teil wieder aufgebauten Grundmauern des Blocks 46, in dem die medizinischen Versuche im Bereich der Seuchenforschung gemacht wurden. Viele der heutigen medizinischen Fortschritte im Bereich Fleckfieberforschung sind leider durch Häftlingsversuche in den Konzentrationslagern errungen worden.
Eine der grausamsten Lagerstrafen stellte das ", Baumhängen'' dar. Die Häftlinge wurden an den auf dem Rücken gefesselten Händen so aufgehängt, dass ihre Füße den Boden nicht berührten. Wahnsinnige Schmerzen, gesundheitliche Dauerschäden oder der Tod waren die Folgen. ", Singende Pferde'', höhnte die SS, wenn Häftlinge den bis zu 100 Zentner Last beladenen Wagen ziehen und unter Stockschlägen Lieder singen mussten. Als wir dort hin kamen, wurde uns im ersten Moment nicht richtig bewusst, was es mit dem Pfahl und dem Karren auf sich hatte.
Der steile Anstieg der Totenzahlen bewirkte den Bau eines Lagerkrematoriums im Jahre 1940. Wenn der Rauch aus dem Schornstein quoll, wusste jeder was das bedeutete. Das Krematorium war zugleich Exekutionsstätte für hunderte von Opfern. Es war sehr bedrückend, durch das Tor zum Krematorium zu gehen und sich vorzustellen, wie viele Leute hier umgekommen sind. Die nächsten Bilder zeigen das Innere des Krematoriums.
Auf diesem Bild sieht man die Öfen, in denen die Leichen verbrannt worden sind. Im Innern der Öfen sieht man, dass sie sicher rund um die Uhr brannten, da in den meisten Öfen der Ascherost, der aus Schamott war, sehr stark beschädigt und teilweise sogar auseinander gebrochen war. Die Öfen sind noch im Originalzustand.
Dieses ist die Verladerampe, die mit dem gesamten Schienenanschluss innerhalb kürzester Zeit fertig gestellt wurde. Von hier aus ging es dann über den so genannten Caracho - Weg im Marschschritt zum Apelplatz. Hier bekam jeder seine Nummer, die er während seiner KZ - Zeit behielt. Von den SS Leuten wurde er während der Haftzeit angesprochen. Selbst auf den Häftlingen ihrer Todesurkunde wurde ihre KZ Nummer beigeschrieben.
Falls ihr mehr über Buchenwald erfahren möchtet: http://www.buchenwald.de/